Jahresrückblick (beruflich)

Welch eine Odyssee.

Bereits Anfang des Jahres stand ich quasi alleine da uns durfte mir schon wieder ein neues Team zusammenstellen. Dieses Team ist wunderbar zusammengewachsen, hat einen Verlust erlitten und steht mehr gut als schlecht miteinander.

Es war für alle ein aufregendes Jahr mit vielen Veränderungen.

Aus einem Wyndham Grand wurde ein IHG-Hotel gemacht, damit verbunden kamen viele neue Standards und Neuerungen. Unser geliebter Hoteldirektor musste gehen und es kam ein neuer, damit begann der Umbruch innerhalb des Kollegiums. Der „neue“ machte auch nicht lange mit und wurde gegen eine Vertretung aus London eingetauscht, … diese wiederum ist nun weg und wir haben einen weiteren Übergangsdirektor. Jeder hat seinen eigenen Stil und nicht alles ist immer schön. Zusätzlich dazu wurden wir in einigen Bereichen mit dem InterConti zusammengelegt – Azubis wurden hin und her ausgeliehen und so weiter.

Alles sehr emotional!!!

Auch in mir und mit mir gab es einige Veränderungen. Wenn ich ehrlich bin, dann trage ich mich seit Juni mit dem Gedanken, etwas verändern zu wollen. Ich warte seit Juli auf mein Zwischenzeugnis und meine aktuelle Stellenbeschreibung. Meine Guttage bauen sich nach wie vor nicht ab, weil immer wieder etwas dazwischen kommt.

In einigen Dingen musste ich strenger werden, was zum Teil dazu führte, dass einige nicht mit meiner Art klar gekommen sind … logo, wer die nette lustig singende Winnie kennt, der versteht dann natürlich nicht, dass die auch echt Arschloch sein kann. Und wie sie das sein kann, denn sie steht nämlich selber nicht gerne vor den Chefs und lässt sich sagen, wie unfähig sie (und ihre Leute) ist/sind. Die Waage habe ich da noch nicht so ganz raus, aber ich lerne täglich dazu.

Ich habe im September einige Schulungen belegt und würde sie auch zu gerne endlich anwenden – Beurteilungsgespräche, Entwicklungsgespräche und Einstellungsgespräche führen (auch deswegen, damit ich ein Zertifikat dafür bekommen kann). Außerdem bin ich unter anderem eine der BRAND CHAMPIONS geworden und darf in regelmäßigen Abständen die Mitarbeiter/innen des Hauses schulen. Dieses macht nicht immer nur Spaß, denn zum einen ist das zusätzlich zu meinem eigentlichen Job, zum anderen habe ich so etwas noch nie getan – in der Schule bin ich stets knallrot geworden, wenn ich einen 5-Minuten-Vortrag halten musste. Bei dieser Schulung jetzt sind wir von ehemals 5 Leuten zum Teil heute nur noch zu zweit und das für einen ganzen Arbeitstag. Mir macht es viel Spaß und ich bin mit Eifer dabei, jedoch fiel es mir in den letzten 2 Schulungen zunehmend schwer, mich selbst zu motivieren, um dann das Team zu motivieren.

Warum mir die Motivation fehlte? Nun, nicht jede Veränderung ist eben immer positiv, … so haben wir zwar keinen Restaurantleiter und auch keinen Küchenchef mehr, aber umso mehr Last haben wir „Kleinen“ nun zu tragen. Plötzlich gibt es einen Storekeeper, der seinen Job absolut nicht beherrscht, dann haben wir verschiedenste Aushilfsfirmen gehabt, wovon die eine schlimmer als die andere war, dann die beiden F&B’ler, … die sich meist selber nur gerne reden hören, … usw usf

Außerdem brachten private Dinge meiner Mitarbeiter mein Gewissen und Handeln ganz schön ins schleudern und ich bin nicht nur wegen den vielen Überstunden, die mir dann auch noch gestrichen wurden (laut Vertrag) an meine Grenzen gestoßen.

… so sehr an meine Grenzen, dass ich kund getan habe, dass ich vor habe die Reißleine zu ziehen. Ich hatte 2 verlockende Angebote, jedoch hat Frau Direktorin mich mit sehr gezielten Fragen nochmals zum Grübeln gebracht und nachdem sie einer Gehaltserhöhung und dem Ausbilderschein zugestimmt haben, habe ich meine Vertragsverlängerung (unbefristet) unterschrieben.

Jetzt sitze ich zum Jahresende da, fluche über die Zustände dank des neuen Dienstplanprogramm, über die Fragenstellung des Zwischendirektors, die Führungstaktiken meiner beiden „G’s“, meine Mitarbeiterin, die uns zum Narren hält und darüber, dass mich meine linke Hand – wie im vergangenen Jahr auch schon – Ende Januar verlassen wird.

Keine Ahnung, wo das im kommenden Jahr hinführen wird.

Ich bin aber auf der anderen Seite sehr sehr dankbar, dass ich diese Chancen bekommen habe, dass ich sie mir erarbeiten konnte. Ich bin stolz auf mich, dass ich Entscheidungen treffen musste und konnte, die gut waren. Jede Fehlentscheidung hat mich aber ebenso weiter gebracht. Ich lerne jeden Tag dazu, weiß jetzt mehr denje wo meine Grenzen liegen und muss nun nur noch herausfinden, wie ich mich da besser koordinieren kann. Das ist nun der nächste Schritt … von Vollgas auf eine gute Work-Life-Balance zu kommen. Ich brenne noch immer für den Job, auch wenn so viele sagen: „Du machst ja nur Frühstück“ – die sollten alle mal Frühstück unter solchen Bedingungen machen. Ich bin stolz auf mich und ich bin stolz auf die Leistung innerhalb meines Teams, denn ich kann bei 3 von 4 Leuten sagen, dass sie für mich ins Feuer fassen würden! Noch viel mehr Respekt hat allerdings meine eigene Familie verdient, denn die haben jeder sehr viel zurückstecken müssen, weil ich kaum da war! Danke an meinen GöGa und an alle 3 Kinder ❤

Es bleibt spannend, wie es wohl weitergeht!

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8 Kommentare zu “Jahresrückblick (beruflich)

  1. Oh Gott, wow, ich bin beim Lesen schon ganz überspannt… 😉 Da hast du ja einige Baustellen!! Mein Job ist ähnlich komplex und ich liebe zwar genau das – dass es nie langweilig ist und ich schalten und walten kann, aber es frisst doch sehr viel Energie. Und auf dich bezogen: Die Gastro-Welt ist eh eine ganz eigene, und zwar eine ziemlich stressige! Ich habe auch seit der Schulzeit immer wieder nebenbei gekellnert usw. und kenne den Zeitdruck und das ständige Improvisieren zur Genüge. Ich wünsch Dir, dass Ruhe reinkommt und Du selbst auch ein gutes Gefühl dabei hast. Stolz kannst Du allemal sein!

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  2. Ich für meinen Teil habe großen Respekt vor „nur Frühstück“, weil ich sehe, wie viel da koordiniert werden muss und sich die Leute die Hacken wund rennen. Gerade in großen Häusern. Und manche Gäste benehmen sich auch wie die Barbaren, da sieht der Tisch dann aus wie nen Schlachtfeld. Wenn ich mal in einem Hotel frühstücke, erfreue ich mich an einem schönen Büffet und nettem Service. Auch wenn dich persönlich das gerade nicht weiterbringt, weil ich ja nicht bei dir frühstücke. Aber es gibt sicher auch bei euch viele Gäste, die das durchaus zu schätzen wissen, aber du weißt ja, Nörgler sind lauter als Begeisterungsrufe.

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  3. Hallo Winnie,

    mir schlackern schon beim Lesen die Ohren, du hast echt was hinter dich gebracht, sein stolz drauf und versuche in 2016 mal ein, zwei Schritte weniger zu machen. Zeit scheffeln für schöne Dinge.

    Liebe Grüße und guten Rutsch
    Sandra

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